Bertelsmann-Studie: Kita-Leitungen teils unzufrieden mit Personalpolitik von Kita-Trägern
5. November 2026
Trotz ihrer zentralen Rolle im System der frühkindlichen Bildung, stehen die Träger bei Fragen der Kita-Qualität bisher selten im Fokus. Eine Befragung von Kita-Leitungskräften zeigt nun, dass es insbesondere bei der Einstellung, Einarbeitung und Weiterbildung von Personal Verbesserungspotenzial gibt. Wenn Träger informiert sind und neue Mitarbeitende eng begleitet werden, wirkt sich das positiv auf Wohlbefinden und Förderung der Kinder aus.
Eine von der Bertelsmann Stiftung beauftragte Befragung von rund 4800 Kita-Leitungskräften ergab, dass beim Zusammenspiel zwischen Kita-Leitungen und Trägern in vielen Fällen noch Verbesserungspotenzial liegt. So gibt fast ein Viertel (23 Prozent) der Befragten an, dass ausgeschriebene Stellen unterhalb des eigentlich in der Kita benötigten Qualifikationsniveaus angesiedelt waren. Einen Spielraum dazu haben Träger durch eine Öffnung der Personalverordnungen in vielen Bundesländern erhalten. Die Leitungskräfte berichten zudem, dass beim Einstellen von neuen Mitarbeitenden immer wieder Abstriche vorgenommen würden. Demnach würden insbesondere beim Fachwissen (56 Prozent) sowie bei der Reflexionsfähigkeit (40 Prozent) Kompromisse eingegangen. Als Hauptgründe dafür nennen die Leitungskräfte zu 81 Prozent die Absicht, das vorhandene Personal zu entlasten, sowie zu 76 Prozent, das Betreuungsangebot aufrechtzuerhalten.
Die Ergebnisse legen nahe, dass es in der Abstimmung zwischen Kita-Träger und -Leitungen zur Personalauswahl oft zu Unklarheiten und Widersprüchen kommt. So schildern nur 59 Prozent der befragten Leitungskräfte, dass vor jeder Neueinstellung ein persönliches Gespräch mit dem Träger stattfinde. 62 Prozent geben an, dass der Träger ihnen die alleinige Entscheidung über eine Anstellung überlasse – obwohl dieser rechtlich verantwortlich ist. Zugleich berichtet rund ein Zehntel der Befragten, dass der Träger teilweise Personen eingestellt habe, die von der Kita-Leitung als ungeeignet für die Arbeit mit Kindern oder im Team eingestuft wurden.
Auch meinen bis zu 28 Prozent der Leitungskräfte, dass die Träger über die Einarbeitung nicht oder eher nicht informiert sind. So fehlt es den Trägern beispielsweise auch an Wissen darüber, ob die neuen Mitarbeitenden das vorhandene Personal eher be- oder entlasten.
Die gesamte Studie finden Sie auf der Website der Bertelsmann-Stiftung.