Herausforderndem Verhalten begegnen
15. November 2025
Die Fachberatungsstelle Tuttlingen veranstaltete im November einen Fachtag zum Thema „Herausforderndem Verhalten begegnen“ im Konzerthaus Trossingen. Rund 220 Fachkräfte, Leitungen und gesamte Kita-Teams folgten der Einladung, um sich über praxisnahe Ansätze zur Arbeit mit herausforderndem Verhalten in der pädagogischen Praxis auszutauschen.
Als Referent konnte die Fachberatungsstelle den erfahrenen Dipl.-Sozialpädagogen und Buchautor Klaus Kokemoor aus Hannover gewinnen. In seinem Vortrag, der durch anschauliche Praxisbeispiele, Erlebnisse und Videosequenzen ergänzt wurde, vermittelte er eindrucksvoll, wie Fachkräfte in ihrem Alltag mit herausforderndem Verhalten umgehen können. Ein zentraler Punkt seiner Ausführungen war die Bedeutung der sprachlichen Begleitung bei den Aktivitäten der Kinder. Kokemoor betonte, dass es entscheidend sei, die Aktivitäten der Kinder sprachlich zu begleiten, „dem konstruktive Worte“ zu geben, um ihre Handlungen zu unterstützen und positive Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dabei zitierte er den französischen Psychologen Bernard Aucouturier: „Ich interessiere mich für das, was du zu tun vermagst, und nicht für das, was du nicht kannst“.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Reflexion der Rolle, die Fachkräfte in der Interaktion mit den Kindern einnehmen. Kokemoor erklärte, dass Fachkräfte sich bewusst sein sollten, in welchem „Raum“ sie sich befinden – sei es im Organisationsraum, im Begleitungsraum oder im Regenerationsraum. Diese Unterscheidung hilft dabei, die eigene Haltung und die Art der Unterstützung gezielt zu reflektieren. Die Selbstreflexion als Werkzeug im pädagogischen Alltag wurde als besonders wichtig hervorgehoben.
Die Teilnehmenden zeigten sich von Kokemoors mitreißendem Vortrag begeistert. „Es hat sich jetzt schon gelohnt“, war bereits in der ersten Pause zu hören – ein klares Zeichen für den hohen praktischen Nutzen der Veranstaltung. Kokemoor hatte mit diesem Vortrag auch das Publikum beim Fachkongress Inklusion des Landesverbands, ebenfalls im November 2025, begeistert (Tacheles berichtete) – dies zeigt einmal mehr, wie groß der Bedarf und das Interesse beim Thema Autismus und Inklusion ist und bleibt.
Der Fachtag bot nicht nur wertvolle Impulse für die Arbeit mit den Kindern, sondern regte auch zum Nachdenken an, wie Fachkräfte von der Ohnmacht zur Handlungskompetenz gelangen können. Fazit: Der Fachtag war ein voller Erfolg und ein bereichernder Tag für alle Beteiligten, der sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken anregte.


